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Written by Gerhard Hopp. Posted in Uncategorized

MdL Dr. Hopp hält erste Rede im Bayerischen Landtag

Der direkt gewählte Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Cham, Dr. Gerhard Hopp, hat im Plenum des Bayerischen Landtages seine erste Rede zum Thema “Ehrenamt” gehalten.

Die vollständige Rede von MdL Dr. Hopp können Sie hier downloaden oder auch im Folgenden im Wortlaut nachlesen:

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
hohes Haus,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie wichtig, ja zum Teil lebenswichtig, ehrenamtliches Engagement ist, das haben wir im Frühsommer 2013 eindrucksvoll bei der Flutkatastrophe in Deggendorf und weiten Teilen Bayerns erlebt.

Was damals an ehrenamtlicher Hilfe geleistet wurde, sucht seinesgleichen: Aus meinem Heimatlandkreis Cham ebenso wie aus allen Ecken Bayerns waren innerhalb von wenigen Stunden Hunderte, Tausende ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterwegs, die dann über Wochen geholfen und mit angepackt haben.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle nochmal an alle Helfer!

Nicht nur dieses Beispiel zeigt: Ehrenamt ist einer der Grundpfeiler unserer Gesellschaft! Fast vier Millionen Bayern setzen sich jede Woche in Kirchen, Sportvereinen, sozialen Einrichtungen, Hilfsorganisationen oder auch Parteien ehrenamtlich ein.

Und sorgen dadurch für mehr Zusammenhalt, bereichern unser Gemeinwesen und tragen entscheidend dazu bei, dass 98 % der Menschen gerne in Bayern leben!Viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens wären ohne die Ehrenamtlichen kaum oder gar nicht denkbar.

Denn: Der Staat alleine kann nicht alles bewältigen und gerade in einer Demokratie sind aktive Bürgerinnen und Bürger gefragt, die sich für ihre Anliegen stark machen und für das Gemeinwohl eintreten. Das Ehrenamt ist aber auch deshalb so wertvoll, weil es den Bürgern die Freiheit lässt, um die Lebensbedingungen ohne direkte staatliche Einmischungen selbst zu gestalten und in die Hand zu nehmen.

Ich bin davon überzeugt: Angesichts des demographischen Wandels wird die Bedeutung des Ehrenamts sogar noch zunehmen, in den Städten genauso wie im ländlichen Raum. Die Aufnahme des Ehrenamtes in den Verfassungsrang war daher ein richtiges und wichtiges Signal, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ein Signal auch an die 39 Prozent der Bevölkerung, die sich zwar grundsätzlich vorstellen könnten, sich auch zu engagieren, die das bislang aber noch nicht tun. Diesen noch verborgenen Schatz, den das Ehrenamt bietet, müssen wir heben und jeden Einzelnen aktivieren und unterstützen.

Wir müssen:

  1. ein Klima der Anerkennung und Wertschätzung für alle Ehrenamtlichen schaffen und
  2. Rahmenbedingungen auf den Weg bringen, in denen bürgerschaftliches Engagement weiter wachsen und gestärkt werden kann.

Der Freistaat Bayern und das Bayerische Ehrenamts- und Sozialministerium haben das in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg getan:

Bei der Infrastruktur:

  • Mit dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
  • Mit dem Runden Tisch Bürgerschaftliches Engagement
  • Mit den Koordinierungszentren vor Ort in mittlerweile 50 Landkreisen

Bei der Schaffung einer Anerkennungskultur:

  • Mit dem Ehrenamtsnachweis
  • Mit dem Erfolgsmodell der Ehrenamtskarte, die Markus Sackmann initiiert hatte und die im Landkreis Cham getestet wurde – und die in ganz Bayern nun zum 50.000sten Mal verliehen wurde!
  • Mit Auszeichnungen und Hilfestellungen wie der Ehrenamtsversicherung

Aber auch durch die Honorierung im Bildungsbereich oder auch in der Weiterentwicklung der Freiwilligendienste, um nur einige Beispiele zu nennen!

Die Verfassungsänderung vom Herbst letzten Jahres bestärkt diese Maßnahmen und liefert Argumente dazu, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

Aber, und hier beginnt ihr Denkfehler, liebe Kolleginnen und Kollegen, sie liefert kein Argument zur Etablierung eines neuen Amtes eines Landesbeauftragten für das bürgerschaftliche Engagement in der Staatskanzlei mit aller notwendiger Ausstattung.

Ihr Ansatz würde

  • unnötige Parallelstrukturen zum Sozialministerium und zum Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement mit sich bringen,
  • und würde personelle und finanzielle Ressourcen binden,

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Jeder von uns Abgeordneten, der Landtag an sich, muss Förderer für das Ehrenamt sein. wir brauchen natürlich Fürsprecher und Botschafter für das Ehrenamt wie es ein Markus Sackmann war, der nach wie vor ganz wichtig für das Ehrenamt sein kann und wie es unsere Sozialministerin Emilia Müller ist.

Aber mit Ihrem Vorschlag verlieren Sie den eigentlichen Sinn des Ehrenamtes aus den Augen, das freiwillig und vor Ort in unseren Landkreisen, Städten und Gemeinden stattfindet und das wir unterstützen sollten, aber eben nicht noch mehr verstaatlichen mit der Schaffung einer neuen, weiteren Institution an der Staatskanzlei!

Kurz: Ich sehe in der vorliegenden Form keinen echten Mehrwert für die Stärkung des Ehrenamts und für das Bürgerschaftliche Engagement in unseren Vereinen und Initiativen. Und um das sollte es uns allen gehen.

Daher lehnt meine Fraktion den Antrag ab, aber ich danke Ihnen ausdrücklich für Ihre Initiative!

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