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Written by Gerhard Hopp. Posted in Cham

Gute Nachbarschaft zwischen Bayern und Tschechien

Im Landkreis Cham an der bayerisch-tschechischen Grenze brummt die Wirtschaft. Tausende Pendler nutzen täglich die offenen Grenzen im Binnenmarkt, Bildung wird grenzübergreifend vermittelt und gemeinsame Kulturprojekte zeigen, was die Nachbarn historisch verbindet. Bei einem Besuch in Brüssel waren sich bayerische und tschechische Politiker einig: Unsere Zukunft liegt in einem geeinten Europa.

Es läuft gut zwischen Bayern und Tschechien. Nicht nur die politischen Beziehungen zwischen Prag und München haben sich besonders sich in den letzten Jahren positiv entwickelt, sondern auch die wirtschaftliche und kulturelle Kooperation hat in der Grenzregion eine starke Dynamik entfaltet und steht heute als Beispiel für die positiven Auswirkungen des freien Verkehrs in Europa von  1. Personen, 2. Waren, 3. Dienstleistungen und 4 Kapital.

„Bei uns im Landkreis Cham arbeiten 3.200 tschechische Pendler“, sagte Dr. Gerhard Hopp, MdL. „Sie tragen wesentlich zum beispiellosen Ausschwung bei, der sich in den letzten Jahren ergeben hat“. Der Oberpfälzer war zusammen mit einer dreiköpfigen Delegation tschechischer Kommunalpolitiker zu einem von der Hanns-Seidel-Stiftung und der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der EVP (SME-Europe) geplanten „Runden Tisch“ nach Brüssel gereist und hatte nur Positives über die bayerisch-tschechische Nachbarschaft zu berichten: „Unsere Wirtschaft floriert. Dank der EU-Mitgliedschaft Deutschlands und Tschechiens hat sich ein gemeinsamer Arbeitsmarkt in der Grenzregion entwickelt“.

Gemeinsam mit der tschechischen Europaabgeordneten Michaela Šojdrová sprach sich Hopp für eine noch engere Kooperation der Nachbarländer aus, nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch bei der Kultur. Besonders der Sprache komme dabei eine Schlüsselrolle zu, sagte Hopp, der selbst ein wenig Tschechisch spricht. Er wirbt für mehr Tschechisch-Kurse auf der bayerischen Seite der Grenze und für eine Stärkung der deutschen Sprache östlich des Bayerischen Waldes.  Über den Wert gemeinsamer Kultur- und Bildungsprojekte wie die Kooperation der Berufsschulen in Cham und dem tschechischen Domazlice oder der gemeinsame Technologie-Campus in Cham und Pilsen sprach Miachaela Sojdrova. Auch bei der Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes konnte Sojdrova konkret werden. Die 2016 in Nürnberg organisierte bayerisch-tschechische Landesausstellung zu Karl dem Großen habe dazu beigetragen, das gemeinsame historische Gedächtnis zu stärken.

Die Tatsache, dass sich besonders in den Grenzregionen anschauliche Beispiele für den Erfolg der europäischen Idee finden lassen, wo sich seit dem Wegfall der Grenzen eine bis dahin noch nie gekannte Dynamik entfalten konnte, erreicht jedoch in weiten Teilen der EU nicht eine ausreichend breite Öffentlichkeit. Manfred Weber, der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, setzt auch auf die europäische Jugend, um die Idee eines in Vielfalt geeinten Kontinents wirksam unters Volk zu bringen. Europa müsse besonders für die Jugend ganz konkret und emotional erfahrbar werden. „Ich möchte, dass junge Menschen die europäische Freiheitsidee mit einem Zugticket von Lissabon bis Litauen, das Brüssel finanziert, konkret erleben“, sagte der CSU-Politiker bei seinem Treffen mit der Delegation. Jeder Europäer solle einmalig, nämlich zu seinem 18. Geburtstag, ein Zugticket geschenkt bekommen, um seinen Kontinent Europa bereisen zu können. Mit Land und Leuten in Kontakt zu kommen, sei das Beste, um den europäischen Gedanken zu verbreiten. Manfred Weber: „Die große Idee – Mobilität ohne Grenzen – lässt sich so mit Händen greifen“.