+Blog+ Familienpolitik: Theorie und Praxis

Written by Gerhard Hopp. Posted in Uncategorized

Ein Zufall hat mir in den letzten Tagen schon zu denken gegeben: Kurz bevor ich zu einem Besuch der fast fertiggestellten neuen Kinderkrippe in Lam aufbrach, habe ich einen Artikel zur jüngsten Untersuchung aller familienpolitischen Leistungen in Deutschland gelesen. Wir geben in Deutschland europaweit am meisten Geld für Kinder und Familien aus und alle 156(!) familienpolitischen Leistungen wurden im Gesamten als gut bewertet – so das Ergebnis einer Studie des Bundesfamilienministeriums. Bei den Geburtenzahlen an sich, die seit Jahrzehnten stagnieren, macht sich das aber nur relativ wenig bemerkbar, so mein Gedanke. Soweit die Theorie, also ab zur Praxis: Angekommen in Lam empfing mich nicht nur Kinderlachen, sondern eine hochmotivierte Truppe von Erzieherinnen, Architekten, örtlichen Vertretern und Verantwortungsträgern, die alle an einem Strang für den Ausbau der Kinderkrippe ziehen und die stolz auf das Projekt sind. Top Ausstattung, schöne Umgebung und beste Betreuung, die sich übrigens bereits vor dem Start der Krippe höchste Beliebtheit erfreut. Da können sich nicht nur Kinder, sondern auch Eltern wohlfühlen. Woran es bei uns vielleicht bei der Familienpolitik hapert, wurde dann im Gespräch ein wenig klarer: Das drehte sich immer wieder um hohe bürokratische Anforderungen, Einschränkungen oder Hemmnisse, z.B. bei der Ausschreibung von Leistungen. Das gilt sowohl für den Träger, die Gemeinden und auch die Familien, die Leistungen beantragen, so mein Eindruck. Kinder sind unsere Zukunft und die darf auch Geld kosten. Aber vielleicht sollten wir unsere Kräfte mehr auf das Wesentliche – die Kinder und die Betreuung – und weniger auf Regularien verwenden. Aber wo hier genau ansetzen? Ein Punkt wäre vielleicht, bei Ausschreibungen bis zu einem bestimmten Grad mehr Freiheit zu lassen, um uns auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist: die Kinder.

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