+Blog+ Pflanze Europa

Written by Gerhard Hopp. Posted in Uncategorized

Gleich an zwei Tagen hintereinander ist mir gestern und heute das gleiche „Bild“ für Europa als Pflanze begegnet. Gestern habe ich beim deutsch-französischen Nachbarschaftsverein zu den Werten in der Europäischen Union gesprochen, dabei viele nette, engagierte Menschen kennengelernt und einmal mehr gesehen, wie locker und unkompliziert Zusammenwachsen und –leben in Europa funktioniert. Vom über 40 Jahre ansässigen Franzosen, der seine Frau hier kennen- und lieben gelernt hat und dann gleich da geblieben ist bis zum interessierten jungen Further war alles dabei. Über die Nationengrenzen tauscht man sich aus und denkt bei der Gelegenheit (französischer Nationalfeiertag) auch über das Projekt „Europa“ ein wenig nach. Milliarden-Subventionen, Rettungspakete, Haftung, wir als Zahlmeister in der Krise…all diese Schlagworte kennen wir. Und dabei vergessen wir immer wieder, was Europa über die nackten Zahlen hinaus ausmacht: Frieden, Zusammenleben, Erhalt von Menschenleben und Einstehen FÜR etwas (die europäische Einigung) und nicht Selbstbewusstsein aufgrund Niederlagen ANDERER: das ist doch Europa, so mein Gedanke. Und auch wenn ich beim Petanque-Spiel dann doch knapp 10:13 verloren habe, bin ich bestärkt im europäischen Gedanken weggefahren, denn: Vor 100 Jahren hätte ich einen so angenehmen Austausch zwischen den ehemaligen Erbfeinden sicher nicht miterleben dürfen. Aber – und das ist mir heute bewusst geworden – unser europäisches Vorzeigeprojekt ist eine zarte Pflanze, die eingeht, wenn sie nicht gepflegt wird. Ebenso wie der 28. Baum in der Weidinger Europa-Allee, den wir heute zum EU-Beitritt des Landes mit dem kroatischen Botschafter gepflanzt haben, gegossen werden muss, benötigt auch Europa Pflege und Hinwendung. Das heißt nicht, dass wir alles gut heißen müssen, ganz im Gegenteil: Vieles läuft schief in Europa, aber wir müssen uns damit auseinandersetzen, um den Weg erfolgreich weiterzugehen. Europa muss nicht heißen, dass wir alles abnicken, sondern dass wir uns Gedanken machen, wie wir unseren Kontinent auch in Zukunft zusammenhalten können. Daher fand ich es eine tolle Geste, dass die Kinder der Weidinger Schule allesamt dabei waren. Denn sie sind es, um die es geht. Je früher wir uns damit befassen und die Kinder in das Projekt Europa einbeziehen, desto besser!

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