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Written by Gerhard Hopp. Posted in Cham

MdL Dr. Hopp und MdB Holmeier zur IW-Studie: “Ländlicher Raum braucht mehr und nicht weniger Fördermittel!”

Entschieden wenden sich der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp und der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier gemeinsam gegen die Forderung des IW-Direktors Michael Hüther zu einer Umlenkung der regionalpolitischen Förderung auf Städte und Ballungsräume: „Eine Schwächung der Unterstützung des ländlichen Raumes würde insbesondere in den ostbayerischen Grenzregionen viele positive Entwicklungen leichtfertig aufs Spiel setzen und die Zielsetzung der Gleichwertigkeit der Lebenschancen in Bayern konterkarieren!“, so Hopp und Holmeier. Gerade an der Grenze zu Tschechien müsse mit Blick auf Höchstfördergebiete im Nachbarland ein Fördergefälle weiterhin verhindert werden. Hüther habe aus den Ergebnissen der kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln die falschen Schlüsse gezogen. „Der erfreuliche Anstieg der Kaufkraft beispielsweise im Landkreis Cham ist ein deutlicher Beweis, dass sich die Stärkung des ländlichen Raumes in Kombination mit einer starken mittelständischen Wirtschaftsstruktur auszahlen“, so die beiden Abgeordneten.

Konzentration auf Städte konterkariert Bemühungen
Eine Konzentration auf Städte und Ballungsräume nütze weder den Städten noch dem ländlichen Raum. „Viele soziale und wirtschaftliche Probleme wie die Steigerung der Miet- und Lebenshaltungskosten in den Ballungszentren sind gerade auf den Trend zur Urbanisierung zurückzuführen. Zur guten Entwicklung Bayerns hat auch beigetragen, dass alle Regionen gestärkt wurden. Zentrale Aufgabe der Politik ist es, gleiche Lebenschancen im ganzen Land und nicht nur in den Städten zu eröffnen!“, fordert Hopp.

Stärkung der ländlichen Räume zentrale Aufgabe
Erst kürzlich habe man beispielsweise im Nordbayernplan gezielt Akzente in die Wissenschaftslandschaft im ländlichen Raum – im Landkreis Cham beispielsweise konkret beim Technologiecampus mit der Unterstützung eines grenzüberschreitenden Studiengangs – gesetzt, von denen positive Impulse für das ganze Land ausgehen werden, ist sich Hopp als Mitglied im Hochschulausschuss des Bayerischen Landtages sicher. „Gerade mit der demografischen Entwicklung steht der ländliche Raum vor großen Herausforderungen, die wir gezielt angehen und die dezentralen Regionen stärken und nicht schwächen dürfen“, stellt Hopp klar. In der neu gegründeten Enquete-Kommission des Bayerischen Landtages „Ländliche Räume“ will er diese Fragen einbringen, kündigte er an. „Eine Abkehr vom Land wäre der denkbar schlechteste Weg!“, so Hopp. Für die weitere Entwicklung Bayerns sei zudem wichtig, die Verkehrsinfrastruktur auf der Straße und der Schiene weiter zu stärken, betonte MdB Holmeier ergänzend.

Zur Studie des IW
Die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hatte eine deutlich positivere Sichtweise zur Kaufkraft in den ländlichen Räumen ergeben, als bislang angenommen. So sind nach Erhebungen des Instituts in der Bevölkerung auf dem Land lediglich 14 Prozent als „kaufkraftarm“ einzuschätzen, während es in den Städten knapp 22 Prozent sind. Nach Auslaufen des Solidarpakts II müsse die regionalpolitische Förderung auf Städte und Ballungsräume umgelenkt werden, forderte infolgedessen der IW-Direktor Michael Hüther.