Erfreuliche Nachrichten zum Dauerthema der Anbindung an die Metropolen München und Prag aus der Region per Bahn vermeldet aktuell der direkt gewählte Landtagsabgeordnete und Koordinator der bayerisch-tschechischen Parlamentsbeziehungen Dr. Gerhard Hopp nach Informationen des Bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter: „Der Freistaat und das Viechtacher Eisenbahnverkehrsunternehmen Länderbahn möchten den Zugbetrieb des Alex auf der Linie zwischen München und Prag dauerhaft pünktlicher machen. Dafür kommt am Münchner Hauptbahnhof eine sogenannte überschlagene Lokwende zum Einsatz, die dafür dient, die Abfahrten künftig zu beschleunigen.
Der Freistaat beteiligt sich über die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) an dieser Maßnahme von April 2025 bis Dezember 2028 mit rund 600.000 Euro“, so MdL Hopp. Laut Verkehrsminister Christian Bernreiter, der aktuell über die Maßnahme informierte, soll es so deutlich weniger Ausfälle und Verspätungen geben. „Das Geld dafür ist deshalb gut, mit Blick auf die fehlende Pünktlichkeit dringend notwendig und im Sinne der Fahrgäste investiert. Damit setzen wir auch ein klares Signal an Tschechien, dass wir auf bayerischer Seite die Qualität schnell stärken und dabei an jeder möglichen Stellschraube drehen“, ist sich Hopp mit Verkehrsminister Bernreiter einig und bedankte sich für dessen Initiative.
„Die Maßnahme verbessert die Situation auch bei uns in der Region. Nach wie vor bleibt jedoch die Aufgabe, die Strecke attraktiv und schnell auszubauen, unterstreicht Hopp insbesondere mit Blick auf die Bemühungen auf tschechischer Seite. „Dort soll die Strecke bis 2030 elektrifiziert und modern ertüchtigt werden. Hier müssen wir dringend auf Augenhöhe kommen!“, unterstreicht Hopp, der sich unlängst gemeinsam mit MdEP Christian Doleschal im Rahmen seiner „12-Punkte-Plan“-Initiative zu den Berliner Koalitionsverhandlungen mit Impulsen auch zur Bahnverbindung München-Prag zu Wort gemeldet hatte. Gemeinsam mit Landrat Franz Löffler und MdB Martina Englhardt-Kopf will Hopp bei diesem Thema auch weiterhin dran bleiben und sowohl auf bayerischer Seite als auch in Tschechien werben. So ist in dieser Woche ein Austausch mit dem stv. tschechischen Verkehrsminister Vaclav Bernard in Prag geplant.
Weitere Informationen zur Länderbahn und der Anpassung
Die Länderbahn, die zwischen München und Prag den Alex betreibt, hatte den Lokwechsel bereits sechs Monate lang erfolgreich getestet. Bei der überschlagenen Lokwende bleibt die Lok des ankommenden Alex am Münchner Hauptbahnhof stehen. Während sie früher für die Rückfahrt in einem zeitaufwendigen Rangierprozess umgesetzt werden musste, wird ab sofort zwischen 9:00 und 16:00 Uhr eine andere, bereits bereitstehende Lok an die andere Seite des Zuges gekuppelt. Dadurch kann die Wendezeit insbesondere bei in der Ankunft erheblich verspäteten Zügen erheblich verkürzt werden. Die Züge können so auch bei größeren Verspätungen bis München durchfahren, ohne dass sich Ankunftsverspätungen auf die Rückfahrt oder Folgefahrten übertragen. Dadurch verbessert sich die Betriebsqualität auf dem bayerischen Streckenabschnitt in beide Richtungen. Die oftmals erheblichen Verspätungen im Zulauf auf München führten vermehrt dazu, dass die Züge teilweise vorzeitig in den Bahnhöfen Moosach, Feldmoching oder Freising wenden mussten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Maßnahme ist, dass dadurch bei den Alex-Zügen die Abwasserentsorgung aus den WC-Anlagen sowie die Versorgung mit Frischwasser in der Regel wieder planmäßig erfolgen können. Bei hohen Verspätungen oder vorzeitigen Wenden fehlte bislang oft die Zeit für die Frischwasserbefüllung.
Hoch frequentierte Strecke München-Prag
Die Linie RE 25 München – Prag, die nicht nur von Fahrgästen im internationalen Verkehr genutzt wird, sondern auch eine wichtige innerbayerische Nachfrage abdeckt, zählt zu den besonders verspätungsanfälligen Verbindungen im bayerischen Schienenpersonennahverkehr. Selbst nach Verlegung der stationären Grenzkontrollen der Bundespolizei in Furth im Wald in den fahrenden Zug, die einen ersten spürbaren Beitrag zu einer reduzierten Unpünktlichkeit geleistet haben, erreichten die Züge den Münchner Hauptbahnhof im Schnitt noch 20 Minuten verspätet. Hauptgrund ist die überlastete Infrastruktur auf der Strecke. Zu den strukturellen Problemen zählen vor allem die knapp 150 Kilometer lange eingleisige Strecke zwischen Schwandorf und Pilsen sowie der sehr hoch ausgelastete Streckenabschnitt Freising – München. Die Länderbahn mit Sitz im niederbayerischen Viechtach betreibt die Linie auf bayerischem Gebiet im Auftrag des Freistaats gemäß aktuellem Verkehrsdurchführungsvertrag noch bis Ende des Jahres 2028. Im Anschluss nach der im letzten Oktober aufgehobenen gemeinsamen Ausschreibung mit Tschechien sind zunächst einmal sowohl auf bayerischer als auch auf tschechischer Seite Übergangsverträge bis Anfang der 2030er Jahre vorgesehen. Für den bayerischen Part wird dann die überschlagene Lokwende bereits von Anfang an als Teil des Betriebskonzepts enthalten sein.